Ideenwettbewerb – knappes Rennen um die Siegeridee
- Jürgen Dostal

- 27. Aug. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Aug. 2025
Im Rahmen einer stimmungsvollen Veranstaltung am Abend des 27. August im Alpenvereinshaus Donaublick in Tulln wurden die Sieger:innen unseres Ideenwettbewerbs gekürt. Wochenlang hatten Mitarbeiter:innen aus allen Bereichen ihre Kreativität eingebracht, überlegt, entworfen und ihre Vorschläge eingereicht – mit dem gemeinsamen Ziel, unser PBZ Tulln-Neu noch lebenswerter zu gestalten. Nun stehen die Preisträgerinnen fest. Und eines zeigt sich deutlich: Das Miteinander von Menschen steht bei allen Ideen im Mittelpunkt.

Afterwork zur Beziehungspflege
Gestern Abend kamen 24 Personen zur Preisverleihung unseres Ideenwettbewerbs zusammen. Der Rahmen – gemeinsames Essen und Austausch im Schatten eines Gastgartens direkt an der Donau – war ausgesprochen stimmig. Es sind genau diese Gelegenheiten, die künftig wichtig sein werden, damit die Teams, die nun für einige Jahre auf mehrere Standorte verteilt sind, ihre Beziehungen pflegen und das Miteinander stärken können.
In unserem Interview, das nächste Woche erscheint, bringt es Michaela Krenn, Leiterin der Schwerstpflege, auf den Punkt: „Umzug ist Trennung: Man sieht viele Kolleg:innen nicht mehr. Gemeinsame Veranstaltungen können da helfen.“
Wir wollen künftig mit regelmäßigen After-Work-Formaten diesem Bedürfnis Rechnung tragen. Die Veranstaltung am 27. August war ein gelungener Auftakt – und zugleich der feierliche Rahmen, in dem die Sieger:innen unseres Ideenwettbewerbs gekürt wurden.
Das Miteinander gewinnt
Aus den fast 160 Ideen, die von 44 Mitarbeitenden eingereicht worden waren, hatte zunächst eine Fachjury die Top-10 Ideen ausgewählt. Bestimmend dafür war die Relevanz für ein modernes Pflegekonzept und die Umsetzbarkeit. Die endgültige Abstimmung unter diesen 10 Ideen erfolgte per Karte und online, und das Besondere: Nicht nur Mitarbeiter:innen, sondern auch Bewohner:innen und Angehörige durften ihre Stimme abgeben. So ist ein Ergebnis entstanden, das zeigt: Dieses Haus gestalten wir gemeinsam.
Und es war denkbar knapp: Mit 64 Punkten lag die Siegeridee nur drei Zähler vor dem Zweitplatzierten mit je 61 Punkten. Platz 3 teilen sich 2 Ideen mit jeweils 60 Punkten. Dieses Ergebnis macht deutlich, wie wertvoll und relevant alle eingereichten Ideen sind.
Platz 1: Das Rosendorf
Einreicherinnen: Silvia Hameseder, Christina Hörker und Judith Sperker (Team Psychologinnen)
Das Rosendorf – schon der Name klingt nach einem Ort zum Ankommen und Verweilen. Vorgesehen ist ein zentraler Platz, der wie ein „Dorfmittelpunkt“ funktioniert: Kaffeehaus, Kiosk, Friseur, Kapelle, Bibliothek, Multimediaraum, dazu Grünflächen, Schattenplätze, Sitzgelegenheiten. Alles barrierefrei, alles einladend.
Doch es geht um mehr: Dieser Platz soll Begegnungen ermöglichen – von Osteraktionen bis Adventmärkten, von Musik bis Handwerk – und damit das soziale Herzstück des PBZ Tulln-Neu bilden. Gerade für unsere Bewohner:innen, die oft aus ländlichen Strukturen kommen, knüpft das Rosendorf an vertraute Erfahrungen an: den Dorfplatz als Ort, an dem man Menschen trifft, lacht, zuhört, dazugehört.
Mit 64 Punkten setzte sich das Rosendorf knapp an die Spitze – und zeigt damit, wie viel Begeisterung auch für die anderen Ideen vorhanden war.
Preis: Die drei Gewinnerinnen dürfen sich auf ein exklusives Koch-Event freuen – ein schöner Rahmen, um gemeinsam weiterzuwachsen.
Platz 2: Healing Architecture
Einreicherinnen: Silvia Hameseder, Christina Hörker und Judith Sperker
„Healing Architecture“ erinnert uns daran, dass Räume wirken. Licht, Farben, Akustik, Materialien, Gärten – all das beeinflusst, wie wir uns fühlen. Ziel dieser Idee ist es, durch eine bewusste Gestaltung Stress abzubauen, Orientierung zu geben und Wohlbefinden zu fördern.
Das Konzept macht sichtbar: Pflege und Betreuung bestehen nicht nur aus Fachlichkeit und Zuwendung, sondern auch aus dem Raum, in dem wir leben und arbeiten. Architektur wird zur stillen Mitgestalterin von Gesundheit.
Platz 3+4 (ex aequo):
Herzstück Café-Haus
Einreicherinnen: Julia Wurzinger, Melanie Reitter und Eva-Maria Teuschl (Team Werkstätte PSB)
Das „Herzstück Café-Haus“ möchte Begegnung spürbar machen. Ein barrierefreier Ort, an dem Bewohner:innen, Angehörige, Mitarbeitende und Gäste zusammenkommen. Nicht einfach ein Café – sondern ein Platz für Miteinander, Gespräche, Teilhabe und Inklusion.
Ob beim Kaffee, beim Einkaufen im kleinen Shop oder beim Blick in den Garten: Das Herzstück-Café soll Leben ins Haus bringen und Grenzen überwinden. Es ist gedacht als offener Treffpunkt, der den Alltag bereichert und Gemeinschaft stärkt.
Das besondere Rosenheim-Café
Einreicherinnen: Annemarie Grabner & Ergo Team
Das Rosenheim-Café wurde als Ort gedacht, an dem sich Bewohner:innen, Angehörige, Mitarbeitende und Besucher:innen wohlfühlen können. Es soll die vertraute Umgebung des Hauses mit einer einladenden Kaffeehaus-Atmosphäre verbinden. Neben gemütlichem Beisammensein steht vor allem das Gefühl von Zuhause und Gemeinschaft im Mittelpunkt. So wird ein Stück Lebensqualität geschaffen, das über den Alltag hinausgeht und Begegnungen in herzlicher Atmosphäre ermöglicht.
Die ersten vier Ideen haben eines gemeinsam: Sie stellen den sozialen Charakter und das Miteinander in den Mittelpunkt. Es geht ihnen nicht nur um Räume oder Strukturen, sondern darum, Orte zu schaffen, an denen Menschen sich begegnen, Beziehungen pflegen und Teil einer Gemeinschaft sein können.
Warum ist das so wichtig? Weil in Pflege und Betreuung nicht allein die medizinische oder organisatorische Versorgung zählt. Lebensqualität entsteht vor allem durch Zugehörigkeit, Austausch und emotionale Sicherheit. Begegnungsräume geben Bewohner:innen Halt, Angehörigen Vertrauen und Mitarbeitenden Sinn. Sie machen unser Haus zu mehr als einer Einrichtung – sie machen es zu einem Lebensraum, in dem Gemeinschaft trägt und auch schwierige Situationen gemeinsam bewältigt werden können.
Weitere Ideen mit Herz
Neben den prämierten Projekten wurden noch viele weitere Impulse eingereicht. Jede einzelne davon ist wertvoll und zeigt, wie viel Herz und Kreativität in unserer Gemeinschaft steckt:
Zukunftsmodell Ehrenamt
Verabschiedungsraum
Raumplanung zukünftige Werkstatt
Zukunft menschlich gestalten: Orientierung und Wohnen
Kapelle + Ort des Feierns | Sakristei + Büro
Geschmack der Erinnerung
Alle diese Ideen sind wichtige Bausteine für die Zukunft – sie zeigen Wege, wie wir unser PBZ Tulln-Neu noch lebenswerter und menschlicher machen können. Sie wollen Sich die Ideen gerne im Detail ansehen? Kein Problem. Hier die Dokumentation bzw. Beschreibungen aller 10 Ideen.
Danke und Ausblick
Die Geschäftsführung bedankt sich ausdrücklich bei allen, die mitgemacht haben. Jede Idee zählt. Als kleines Zeichen der Wertschätzung erhält jede:r Einreicher:in einen besonderen Becher – zum Abholen in der Direktion oder, für Kolleg:innen in Außenstellen, per Post.
Doch damit hört es nicht auf: Nun geht es an die Umsetzung der Ideen. Hierzu werden wir euch nicht nur laufend Bericht geben, gerne möchten wir euch in die Planung und Umsetzung des neuen PBZ Tulln integrieren. Bitte baut mit an unserer gemeinsamen Zukunft.
Fazit des Ideenwettbewerbs
Der Ideenwettbewerb hat gezeigt: In unserem Haus steckt nicht nur Fachwissen, sondern auch ungeheure Kreativität, Engagement und Herzblut. Das Rennen war knapp – aber am Ende haben wir alle gewonnen. Denn jede Idee bringt uns dem Ziel näher: ein PBZ Tulln-Neu, das vom Leben, von Begegnung und von Menschlichkeit geprägt ist.









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