Was uns 2025 berührt hat.
- 29. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Dez. 2025
Manche Jahre lassen sich nicht in Meilensteinen oder Projekten zusammenfassen – sie erzählen sich in Bildern, Gefühlen und Momenten. 2025 war für uns ein solches Jahr. Es war geprägt von neuen Räumen, die erst leer und kalt wirkten und dann mit Leben gefüllt wurden. Von einem Haus, das sich langsam leerte und eine Stille hinterließ, die berührt. Von Abschieden, Neubeginn, Unsicherheit – und von einem Miteinander, das genau in diesen Spannungen seine größte Kraft gezeigt hat.

Als wir die Bereiche am Weißen Hof, im UK Tulln, im LK Klosterneuburg und im PBZ Korneuburg übernommen haben, waren diese Räume eines gemeinsam:
Sie waren leer.
Steril.
Kalt.
Räume, die funktionierten – aber nichts erzählten.
Wände ohne Geschichte.
Flure ohne Stimmen.
Zimmer ohne Leben.
Heute ist das anders. Und genau das hat uns berührt.
Denn dort, wo früher Neutralität herrschte, ist nun Persönlichkeit eingezogen. Dort, wo man früher nur Strukturen sah, spürt man jetzt Wärme. Möglich wurde das nicht durch Architekturpläne oder Möbel, sondern durch Euch, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PBZ Tulln.
Mit unzähligen kleinen Details.
Mit Deko, die nicht „vorgeschrieben“, sondern gemeint war.
Mit Ideen, die nicht aus Konzeptpapieren, sondern aus Herzen kamen.
So wurden aus sterilen Räumen Heime. Orte, an denen sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen dürfen. Und zugleich Orte, an denen Ihr Euch selbst etwas geschaffen habt: einen Arbeitsplatz, der mehr ist als ein Dienstort. Einen Platz, an dem Beziehung möglich ist, Begegnung entsteht und Alltag getragen wird.
Gleichzeitig spielte sich in diesem Jahr eine zweite, leisere Geschichte ab.
Die Wohnbereiche im PBZ Tulln wurden Monat für Monat leerer.
Es war, als hätte sich das Leben Schritt für Schritt aus dem Haus zurückgezogen.
Wo früher geschäftiges Treiben war, ist heute Stille.
Wo Stimmen durcheinander klangen, hört man jetzt das eigene Gehen.
Weite Bereiche stehen leer – und das macht etwas mit allen, die hier geblieben sind.
Was uns früher vielleicht zu laut war, zu viel, zu fordernd oder auch zu mühsam – fehlt uns jetzt. Die kleinen Störungen des Alltags, das scheinbar Nebensächliche, das man erst vermisst, wenn es nicht mehr da ist.
Besonders schmerzhaft war es, mitanzusehen, wie Dinge sprichwörtlich herausgerissen wurden:
Wo Bilder hingen, blieben Löcher.
Wo Erinnerungen Platz hatten, blieb Leere.
An manchen Wänden zeichnen sich noch Schatten ab – als würde das Haus selbst erinnern. Schatten von Momenten, von Begegnungen, von gemeinsamem Leben vor dem Umbruch.
Heute gehen wir durch diese leeren Einheiten und sind betroffen. Nicht, weil Veränderung falsch wäre – sondern weil Abschied immer etwas kostet.
Und doch haben wir in diesem Jahr eines ganz deutlich gelernt:
Ein Zuhause hängt nicht an einer Bausubstanz.
Und ein Heim entsteht nicht durch Deko oder Farbe allein.
Ein Zuhause entsteht durch Menschen.
Durch Euren Enthusiasmus.
Durch Eure Haltung.
Durch Euren Ideenreichtum – sei es in der Pflege, in der Alltagsgestaltung oder in der Art, wie Ihr Euch Bewohnerinnen und Bewohnern zuwendet.
Durch Eure Leidenschaft für das, was Ihr tut.
Ihr hattet viele Fragen.
Manche davon blieben lange offen.
Manche waren unbequem.
Manche haben Euch verunsichert.
Und trotzdem habt Ihr nicht abgewartet, sondern gestaltet.
Ihr habt aus Fragezeichen Ausrufezeichen gemacht – durch Initiative, durch Mut, durch gemeinsames Anpacken.
Auch für uns war dieses Jahr nicht frei von schwierigen Momenten: Schnittstellen, Probleme, unerwartete Umstände – vieles kam gleichzeitig. Entscheidungen mussten getroffen werden, ohne alle Antworten zu haben. Wege mussten gegangen werden, obwohl nicht immer klare Sicht vorhanden war.
Und doch gibt es einen Moment, der für uns sinnbildlich für 2025 steht:
Kein öffentlichkeitswirksames Foto mit wichtigen Menschen.
Kein Management-Meeting. Kein Schulterklopfen. Sondern: Als wir gemeinsam mit Euch Möbel aufgebaut, EDV installiert und WC-Sitze montiert haben. Ganz konkret: Ärmel hoch, Werkzeug in die Hand, miteinander arbeiten.
Der Spirit, der dabei spürbar war, hat uns tief berührt.
Dieses selbstverständliche Miteinander.
Dieses „Wir schaffen das – gemeinsam“.
Diese Energie, die trägt, auch wenn es anstrengend ist.
Sie hat uns Kraft gegeben.
Und sie hat uns gezeigt, worauf es wirklich ankommt.
Dafür möchten wir Euch danken.
Für Euer Engagement.
Für Euer Durchhalten.
Für Euer Mitgestalten.
Und auch dafür, dass wir Teil dieses Miteinanders sein durften.
2025 war ein Jahr der Abschiede – aber auch ein Jahr des Entstehens.
Ein Jahr der Leere – und ein Jahr voller neuem Leben.
Ein Jahr, das uns berührt hat. Tief.
Und genau deshalb blicken wir mit Respekt, Dankbarkeit und Zuversicht nach vorne. Gregor Kopa und Alexander Wedekind

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