Ein neues Zuhause mit Ausblick – Frau Gratzl erzählt
- Jürgen Dostal

- 5. Aug. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Aug. 2025
Der Umzug der Wohnbereiche 4 und 5 auf den Weißen Hof ist abgeschlossen. Langsam kehrt Ruhe und auch wieder Routine ein. Wir wollten wissen, wie es den Bewohnern und Bewohnerinnen geht und haben Frau Gratzl um ein Interview gebeten.

JD: Frau Gratzl, schön, dass wir ein bisschen plaudern können. Sie sind seit dem 15. Juli hier im Weißen Hof. Wie haben Sie die neue Umgebung bisher wahrgenommen?
Frau Gratzl: Also grundsätzlich ist es sehr freundlich hier. Alle sind nett, auch die Leute von den anderen Stationen. Natürlich ist alles neu, aber man bemüht sich wirklich sehr, Vertrauen aufzubauen. Auch beim Essen nimmt man Rücksicht auf unsere Gewohnheiten, und es wird viel erklärt. Das hilft.
JD: Gibt es etwas, das Ihnen hier besonders gut gefällt?
Frau Gratzl: Ja, auf jeden Fall. Fast müsste man sagen, wir sind hier wie im Paradies oder in einem Sanatorium. Der Ausblick ist einfach wunderbar. An manchen Stellen sieht man bis ins Tullner Feld. Das genieße ich sehr.
JD: Wie haben Sie den Umzug selbst erlebt?
Frau Gratzl: Es war natürlich eine große Sache. Aber wir wurden gut aufgeklärt, Schritt für Schritt. Manche haben es am Anfang nicht verstanden, aber jetzt sind alle froh, wie es gelaufen ist – vor allem, weil unsere vertrauten Betreuer mitgekommen sind. Das war das Wichtigste für uns. Wir kennen sie, sie kennen uns – das gibt Sicherheit. Es war so schön, wie wir von ihnen bei unserer Ankunft begrüßt wurden. Und in jedem Zimmer wartete bereits ein großer Blumenstrauß.
JD: Ich habe gehört, dass beim Einzug viele Menschen geholfen haben?
Frau Gratzl: Ja, es waren Ehrenamtliche da, Angehörige – wirklich viele. Alle haben mitangepackt. Manche Zimmer waren sogar schon vorbereitet, Möbel wurden vorher gebracht und eingerichtet. Auch meine alte Kommode wurde mit übersiedelt. Das war mir wichtig. Sie ist so praktisch.
JD: Wollen Sie mir zu Ihrer Kommode mehr erzählen.
Frau Gratzl: Nun, sie begleitet mit seit 1961. Damals haben wir noch in einer sehr kleinen Wohnung gewohnt. Die Kommode wurde von einem Tischler in Tulln gefertigt. Sie ist einfach sehr praktisch. Viele Dinge des täglichen Lebens finden hier Platz, wie z. B. hier meine Lieblingsbücher.
JD: Fühlen Sie sich inzwischen schon zu Hause?
Frau Gratzl: Es fühlt sich schon sehr vertraut an. Ich bin zwar noch dabei, richtig anzukommen, aber ich bin auf einem guten Weg. Die Atmosphäre ist warm, und man bemüht sich, uns wirklich ein Zuhause zu schaffen.
JD: Haben Sie schon etwas die Möglichkeiten des neuen Hauses erkundet?
Frau Gratzl: Mit meiner Tochter bin ich schon etwas im Park gewesen. Dieser ist sehr groß. Man muss sich merken, wo man hingeht, so weitläufig ist er. Ich war auch schon am Gewächshaus. Von dort gibt es einen sehr schönen Ausblick.
JD: Gibt es etwas, das Sie sich für das Zusammenleben hier wünschen würden?
Frau Gratzl: Ich wünsche mir einfach, dass man weiter so gut miteinander umgeht. Dass man Rücksicht nimmt und sich Zeit nimmt füreinander. Das ist wichtig im Alltag.
JD: Gibt es Freizeitangebote, die Sie besonders mögen?
Frau Gratzl: Ja, auch wenn ich nicht alles mitmache – zum Beispiel das Kegeln, das geht nicht mehr wegen meiner Schultern – Gedächtnisübungen, ein Schwimmbad mit zwei Becken, ein sehr nettes Buffet mit gutem Kuchen und Kaffee. Es ist alles da, was man braucht.
JD: Sie wollten mir noch Ihre Blumen am Balkon zeigen?
Frau Gratzl (lacht): Ja, die müssen Sie sehen – Jedes Zimmer hat ein kleines Blumenbeet am Balkon mit Gemüse. Ich habe schon Paprika und Tomaten geerntet. Auch den Schnittlauch haben wir schon geschnitten und die Petersilie ist schon in der Suppe verwertet worden.

JD: Vielen Dank, Frau Gratzl, für diesen Einblick.
Das Gespräch führte Jürgen Dostal, am 30. Jul 2025

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